Topic-icon Bergwanderung Leoganger Steinberge - Passauer Hütte

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4 Monate 2 Wochen her #145 von Moritz
Wir (Max und Hans) haben die Wanderung vom 16.07. (SO) bis 18.07.2017 (DI) bei schönem Wetter - darauf mussten wir auch lange genug warten - als Gemeinschaftstour durchgeführt.

Die Anfahrt erfolgte mit Privat-PKW über die B20 nach Leogang. Vom Ort Leogang fuhren wir taleinwärts bis Ortsteil Ullach bis zum Parkplatz hoch.

Da beim Aufstieg zur Passauer Hütte eine Höhe von knapp 1200 m zu bewältigen war, und das auch noch auf der Süd-Seite und es sehr steil war, waren wir dem 'Wettermacher' sehr dankbar, dass er uns mit ein paar weiß-grauen Wolken zur Aufstiegszeit meistens Schatten geboten hat. Der Weg führt zunächst durch schattige Wälder, geht dann steil durch Latschenrücken weiter und man kommt dann sehr bald in die felsige Region. Der Weg oder besser Steig ist fast durchwegs sehr steil, führt in Serpentinen hinauf und ist ab der Felsen-Region teils mit Eisen und Betonstufen und mit Drahtseilen gesichert. Der felsige Steig geht über das Hochtor, dann unten an der sehr hohen Westwand des Fahnenköpfl entlang bis zur Mittagsscharte hinauf. Von dort sieht man dann schon die Hütte mit den 2 Fahnen (DAV und ÖAV). Der Anstieg zur Passauer Hütte dauert etwa 3 bis 4 Stunden.

Die Passauer Hütte befindet sich auf 2051 m Höhe und wird bewirtschaftet vom 17.Juni bis Ende September. Da wegen der Höhe und der Steilheit weder ein Versorgungsfahrweg noch eine Materialseilbahn vorhanden sind, wird die Hütte mit dem Hubschrauber versorgt. An unserem zweiten Tag (Mo) hatten wir nach der Rückkehr von unserer Gipfel- und Höhlen-Tour die Gelegenheit, die Hubschrauber-Ver- und Entsorgung live mitzuerleben.

Am Montag unserem zweiten Tag hatten wir herrlichen Sonnenschein mit blauem Himmel. Nach einem ausgiebigem Frühstück stiegen wir gemütlich auf den Hochzint 2246 m. Dauer ca. 1 Stunde. Das ist ein überwiegend felsiger Steig, bei dem es im oberen Drittel immer wieder felsige Blöcke zu überwinden galt. Es ist dort keine Sicherung vorhanden und auch keine nötig. Es ist jedoch Vorsicht und Tritt-Sicherheit angebracht, denn es gibt zahlreiche Stellen, wo es sehr steil und sehr tief hinab geht. Ein Fehltritt und man ist sofort einige hundert Meter weiter unten.
Auf dem Gipfel des Hochzints bot sich uns dann ein herrlicher und sehr weiter Fernblick; wir sahen folgende Berge bzw. Gebirgsgruppen:
- im Nordosten die Reiteralpe
- im Osten: Hochkaltergebirge, Watzmann, Hundstod, Steinernes Meer, Hochkönig
- im Süden: Radstätter Tauern, Ankogelgruppe, Goldberggruppe, Großglocknergruppe, Granatspitzgruppe, Groß-Venediger
Nur nach Nordwesten gab es keinen Fernblick (da liegen die Loferer Steinberge dahinter), da man hier ganz groß und nah die Südseite des Birnhorns sieht.
Nachdem wir uns an diesem tollen Rundum-Blick satt gesehen haben, stiegen wir bis zum Sattel ab und folgten an den Südhängen des Birnhorns einem ausgesetzten aber kurzen Steig zum sogenannten Melkerloch. Eine sehr interessante und imposante Fels-Formation, eine riesige Durchgangshöhle. Wer auf das Birnhorn will, muss von der Hütte kommend hier durch das Melkerloch, um dann auf der anderen Seite auf den eigentlichen Steig auf das Birnhorn hochzusteigen.
Wir hatten uns im und um das Melkerloch herum einen längeren Aufenthalt gegönnt, bevor wir am frühen Nachmittag wieder zur Hütte abstiegen. Kurz bevor wir die Hütte erreichten, konnten wir dann live die Hubschrauber-Ver- und Entsorgung miterleben.

Am Dienstag begann dann nach einem ausgiebigem Frühstück sehr bald der Abstieg von der Hütte. Und zwar auf dem selben Weg wie wir aufgestiegen sind; klar, wir mussten ja wieder zu unserem Auto.

Alles in allem, kann man oben auf den Leoganger Steinbergen von der Passauer Hütte aus eine ganze Reihe von Touren unternehmen, wenn man an einem Tag ohne Hüttenauf- bzw. -abstieg viel Zeit hat und das Wetter schön ist. Einige Touren-Beispiele sind: der Hochzint (ca. 1 Std), das Melkerloch (ca. 0,75 Std), das Birnhorn (ca. 2,5 bis 3 Std), Kuchlhorn (ca. 2 bis 2,5 Std), usw.
Die Leoganger Steinberge sind auch für Kletterer ein Paradies; es gibt viele Klettersteige und KletterRouten, insbesondere auf dem Fahnenköpfl.
Sympathisch empfand ich auch das überwiegend feste Kalkgestein; es gibt nur wenig Geröll und loses Gestein.

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